Ivan Shvedoff

Ivan Shvedoff wurde in Leningrad( St. Petersburg) geboren. Im Alter von 21 Jahren schloss er sein Studium an der Staatlichen Theaterakademie im Bereich „Schauspieler für Theater und Kino“ ab. Gleich nach seinem Abschluss bekam er mehrere Angebote für Engagements von einer Reihe von Leningrader Theatern. Aber er zog es vor, seinen eigenen Weg zu gehen und debütierte in der Theaterwelt zunächst als Regisseur – er führte in Schweden das Stück „Wie es Euch gefällt“ auf.

Schon bald darauf wurde er für seinen ersten Kinofilm gecastet: Im japanischen Film von R. Seji „Legende von der Ikone“ spielt Ivan einen Charakter, der in zwei unterschiedlichen Lebensphasen auftritt – als 23-Jähriger und als 65-Jähriger. Auf diese Weise hat sich Shvedoff schon als junger Mann in die Reihe der Kinoveteranen eingereiht.

Der Beginn seiner Karriere fiel genau mit jener Zeit zusammen, als der Zerfall der Sowjetunion begann und damit auch der Zusammenbruch der sowjetischen Kinoindustrie. Deshalb folgten auf die Rolle in dem japanischen Film vor allem Angebote von ausländischen Regisseuren.

Des Weiteren synchronisierte Ivan in jener Zeit ausländische Fernsehefilme, sprach Werbebeitraege fuers Radio und leitete ein eigenes Kulturprogramm beim Städtischen Radio von St. Petersburg. Zusätzlich arbeitete er in einem Nachtklub als Conferencier und als Dolmetscher bei sämtlichen Auftritten David Copperfields während dessen erster Tournee in Russland.

Ende der 90er Jahre zog Ivan Shvedoff nach Prag. Der darauf folgende Auftakt für seine internationale Karriere war die Hauptrolle in dem Film „England!“ von Regisseur Achim von Borries. Nach diesem Film erhielt Ivan zahlreiche Angebote aus Deutschland. Der russische Schauspieler arbeitete in der Folgezeit mit hervorragenden Regisseuren wie Hans-Christian Schmidt und Hartmut Schoen zusammen.

Ivan wählt seine Rollen sehr sorgsam aus. Er lässt sich dabei vom Prinzip „lieber Qualität als Masse“ leiten. Aus diesem Grunde lehnt er es grundsätzlich ab, in irgendwelchen Fernsehproduktionen klischeegemäß einen russischen Banditen zu spielen – selbst dann, wenn es sich um die Hauptrolle handelt. Wichtiger als alles andere ist ihm, dass die Qualität stimmt und die Rolle zu ihm passt. Wegen seines hohen Anspruchs an sich selbst passiert es häufig, dass ein Regisseur noch während des Arbeitsprozesses mit Ivan beginnt, das Drehbuch so umzugestalten, dass Ivans Part besser zur Geltung kommt – selbst wenn die Rolle zunächst zweitrangig schien.

Ivan Shvedoff war bei zahlreichen internationalen Filmfestivals zu Gast oder als Mitglied der Jury vertreten. Er wurde mit mehreren Filmpreisen ausgezeichnet, unter anderem dem Grimme-Preis.

Heutzutage verbringt Ivan den größten Teil seiner Zeit in Westeuropa, in Prag, Berlin und Wien. Wenn er nicht gerade zu Dreharbeiten unterwegs ist arbeitet er an eigenen Drehbuch-Projekten. Im kommenden Jahr steht sein Debüt als Kinoregisseur bevor.

Fortzetzung folgt!